16.02.21 – textil+mode: Unternehmen warten seit Monaten auf Corona-Hilfen

Lieferkettengesetz: Ein Gesetz, viele Meinungen – Gesamtverband textil+mode

Dr. Uwe Mazura: „Für die mittelständische deutsche Textil- und Modeindustrie gehört die Einhaltung der Menschenrechte weltweit zum Grundverständnis.“

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„Bemerkenswert ist, wie viele Kapazitäten die Bundesregierung für ein neues Gesetz hat, während unsere Unternehmen seit Monaten auf Corona-Hilfen warten und ihre werthaltige Mode in den geschlossenen Geschäften nicht verkauft werden kann.“ Dr. Uwe Mazura © textil+mode

 

Zur Einigung auf einen Referentenentwurf für ein Sorgfaltspflichtengesetz (Lieferkettengesetz) erklärt der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie, Dr. Uwe Mazura:

„Für die mittelständische deutsche Textil- und Modeindustrie mit ihren vielen Familien- und Traditionsunternehmen gehört die Einhaltung der Menschenrechte weltweit zum Grundverständnis. Wir werden die Beratungen im Deutschen Bundestag über ein Sorgfaltspflichtengesetz deshalb mit großer Aufmerksamkeit verfolgen und kritisch begleiten. Bemerkenswert ist, wie viele Kapazitäten die Bundesregierung für ein neues Gesetz hat, während unsere Unternehmen seit Monaten auf Corona-Hilfen warten und ihre werthaltige Mode in den geschlossenen Geschäften nicht verkauft werden kann. Wer seine eigene heimische Industrie sehenden Auges im Stich lässt, muss sich am Ende nicht wundern, wenn ausgerechnet die Unternehmen die Corona-Pandemie nicht überleben, die weltweit für höchste Sozial- und Umweltstandards stehen. Jeder Tag, an dem die Geschäfte weiter geschlossen bleiben, verschärft den für unsere Unternehmen ruinösen Wettbewerb mit globalen Fast Fashion-Ketten. Es bleibt deshalb weiterhin die Frage, wie sinnvoll ein nationales Gesetz in globalen Lieferketten ist.“ In Deutschland gibt es rund 9.600 Unternehmen der Mode- und Schuhindustrie mit knapp 100.000 Beschäftigten.