


Deutschlands Größter
Die 1919 gegründete Otto Stadtlander GmbH ist größter Baumwollimporteur und -händler in Deutschland. Mit grundsolider Arbeit hat es das Unternehmen aus Bremen geschafft, allen Krisen zum trotz das Geschäft „mit dem weißen Gold” sogar noch kräftig auszubauen.
Belief sich der Import 1964 mit acht Mitarbeitern noch bei jährlich etwa 25.000 Ballen Baumwolle, sind es heute mit 30 Beschäftigten jährlich an die 500.000 Ballen. „Zudem halten wir ständig 100.000 Ballen in unseren Lägern vor”, betont der Geschäftsführende Gesellschafter Rainer Hammer. Sein Unternehmen zählt damit gleichzeitig zu den führenden Baumwollhändlern in Europa. Im großen Rohbaumwoll-Lager sorgen unterschiedliche Qualitäten dafür, dass man schnell vor Ort entscheiden und flexibel auf Kundenwünsche reagieren kann. Zu dem breit gefächerten Angebot zählen neben der Baumwolle seit 2000 auch synthetische Fasern. Dennoch ist Stadtlander vor allem als „Partner für Baumwolle” bekannt und neben Deutschland in vielen weiteren Märkten aktiv. „In der Branche kennt man uns insbesondere für besonders hochwertige Baumwolle, etwa aus Ägypten”, führt Rainer Hammer an. Die Qualitätssicherung – früher die Domäne der Überseespediteure – führt man heute übrigens mit eigenen Klassierern durch. Für alle weitergehenden technischen Prüfungen greift Stadtlander auf das Faserinstitut Bremen zurück. Die Baumwolle kommt in erster Linie aus Westafrika, Zentralasien, Griechenland und Israel. Mit einer eigenen Niederlassung in Taschkent, Usbekistan sowie Büros in Riga, Lettland und São Paolo, Brasilien, ist man nahe am Rohstoff und dort, von wo die Baumwolle nach Deutschland verschifft wird. Doch worin genau liegt nun der Schlüssel zum Erfolg? Hierzu betont Hammer: „In Zeiten von Shareholder Value und Managemententscheidungen, die nur bis zum nächsten Quartalsbericht Gültigkeit haben, definieren wir unternehmerischen Erfolg anders. Zuverlässigkeit und Dynamik sind für uns maßgebend, doch auch hanseatische Kaufmannstugenden wie Flexibilität, Ehrlichkeit und Fleiß prägen unser Unternehmen. Dieser Tradition fühlen wir uns verpflichtet, und unter diesem Motto tätigen wir unser Baumwollgeschäft”. Die Basis dafür bilden gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine solide Ausstattung mit Eigenkapital. Warum das alles aber nach wie vor in Bremen? Hierzu Hammer: „Bremen ist und bleibt die Drehscheibe unserer weltweiten Aktivitäten. Hier haben wir unser Netzwerk und halten auch weiterhin die Fahne hoch!”
Die Otto Stadtlander GmbH
Am 1. Oktober 1919 gegründet, unterhält das Unternehmen Otto Stadtlander zunächst seine Geschäftsbeziehungen mit Ägypten und dem Sudan. 1927 kommt es zu einem ersten größeren Kontrakt mit der damaligen UdSSR über 1.200 Ballen ägyptische Baumwolle. Der Baumwollhandel wird kontinuierlich ausgebaut, vor allem mit den Ländern Ägypten, Sudan, Uganda und Tanganjika. 1968 wird das Baumwoll-Sortiment erweitert mit Qualitäten aus Russland, Griechenland, dem Iran und der Türkei und 1974 erfolgt die Aufnahme aller gängigen Provenienzen mit Schwergewicht auf Baumwollen aus Zentralasien, Westafrika sowie alle LS- und ELS-Langstapel und Extralangstapel. 1976 kommt es zur Direktverbindung mit dem Israel Cotton Board zwecks weltweiter Vermarktung von Israel Pima und Acala Baumwolle. 1983 erwirbt die Otto Stadtlander den französischen Konsulatsbau in der Marcusallee in Bremen GmbH, seit 1984 die Firmenzentrale des Unternehmens. Es kommt zur Expansion mit einer Niederlassung in Taschkent (1996) sowie einem Büro in Riga (1997) und in Partnerschaft mit der AGRAH Ltda. in São Paulo (2005). Ab 2000 Diversifikation mit Handelsfirmen für Viscose, Polyester und Modacryl-Fasern. Der jährliche Umsatz beläuft sich heute auf zirka 500.000 Ballen Baumwolle weltweiter Provenienzen.
Weitere Informationen unter: www.osta-bremen.de
