


Baumwolle bleibt in
Die Nachfrage nach Baumwolle wird langfristig betrachtet weltweit deutlich steigen. So lautete eine der Kernaussagen auf der diesjährigen Jahrespressekonferenz von Cotton USA. von Ursula Korsten
Seit 1998 nutzt die Export Marketingorganisation des National Cotton Council of America erfolgreich den „Global Lifestyle Monitor”, um wertvolle Zusatzerkenntnisse durch Feldforschung zu gewinnen. Executive Director Allen A. Terhaar aus Washington stellte nun die Ergebnisse der Lifestyle Monitor VI-Studie 2010 in Düsseldorf vor.
So haben sich die weltweit gestiegenen Baumwoll-Preise positiv auf die Anbauzahlen ausgewirkt. Allein die USA hat ihre Anbauflächen in diesem Jahr um 15 % erhöht, nachdem die Produktionsmenge in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken war. Aktuell produzieren die sechs Länder China, Indien, die USA, Pakistan, Brasilien und Usbekistan 85 % der Weltmarktmenge an Baumwolle. Deutlich niedrigere Lagerbestände (durch die weltweite Krise) sowie eine steigende Nachfrage beleben den globalen Markt der Naturfaser nun wieder deutlich. Baumwolle ist bei den Verbrauchern laut der Studie auch eindeutig die Faser Nummer eins und weiter steigend ist auch das Interesse, sich über die verwendeten Fasern zu informieren und ökologische Baumwolle zu kaufen, wenn sie in den Geschäften entsprechend angeboten wird.
Weltbevölkerung wächst
Prognosen gehen laut Terhaar davon aus, dass die Weltbevölkerung bis 2050 auf neun Milliarden wachsen wird. Damit werde die Nachfrage nach Textilfasern gegenüber dem Stand von 2000 um das bis zu Viereinhalbfache wachsen. Der damit verbundene Textilienbedarf muss mit Natur- und Synthetikfasern gedeckt werden. Die Nachfrage nach Natur- bzw. Baumwollprodukten scheint dabei einem natürlichen Zyklus zu unterliegen: Mit zunehmender Industrialisierung und Modernisierung steigen die Einkommen und das Konsumverhalten verändert sich. Wurden zunächst Naturfasern bevorzugt, werden nun „moderne”, synthetische Fasern gekauft - mit weiter voranschreitender Entwicklung revidieren die Verbraucher jedoch häufig ihr Konsumverhalten wieder und entdecken die Naturfasern „neu” und Baumwolle gehört sodann zu den am stärksten nachgefragten Fasern.
Bewusst konsumieren
Dabei rücken die Begriffe Nachhaltigkeit und Ökologie immer mehr ins Bewusstsein der Konsumenten. Ein Zeichen dafür der Trend in Industrieländern zu einer Lebensweise die zunehmend auf Gesundheit und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist (LOHAS – Lifestyles of Health and Sustainability). Diese Konsumenten legen verstärkt Wert auf Marken und Produkte, die für Authentizität, Transparenz und Qualität stehen. Interessant für die amerikanischen Anbieter, bei denen Baumwolle nicht nur unter nachhaltigen Prinzipien kultiviert, sondern gesetzlich als Lebensmittel eingestuft wird. Der Anbau und die Verarbeitungsmethoden unterliegen damit der Lebensmittelgesetzgebung und sind auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Ein wichtiger Aspekt auch gerade im Hinblick auf die steigende prognostizierte Nachfrage und ein wichtiges Verkaufsargument für Cotton USA.
